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Das wissenschaftliche Gremium (v.l.): Einstein (Franky Weber), Möbius (Urs Albrecht) und Newton (Hans Jörg Gygli).
Kultur
Das Theaterensemble des Kellertheaters Bremgarten bringt unter der Regie von Käthi Vögeli das Theaterstück «Die Physiker» von Autor Friedrich Dürrenmatt in einer Mundartübersetzung mit Erfolg auf die Bühne.
Datum: 16. Februar 2026

Die Nukleartechnik war noch jung und der Kalte Krieg bewegte sich langsam, aber sicher einem gefährlichen Höhepunkt zu, als Friedrich Dürrenmatt 1961«Die Physiker» schrieb. Es war die Zeit als man sich bewusst wurde, dass das Ende der Welt in den Händen der Menschen liegen könnte als Folge des Kontrollverlusts über die eigene Technik. Friedrich Dürrenmatt zeichnete den Menschen als Wesen voller Mängel in einer zu komplex gewordenen technisierenden Welt, die noch begreifbar wäre. Das war nicht nur vor 60 Jahren so, sondern ist geblieben respektive hat sich noch verschärft. Die Frage nach der Verantwortung im Umgang mit Erkenntnissen aus der Wissenschaft ist aktueller denn je. Der wissenschaftliche Fortschritt habe wohl zum Wohle der Menschheit beigetragen, aber auch das Potenzial zu Missbrauch der Technologien erhöht, so Regisseurin Käthi Vögeli. «Die neuen Entwicklungen ethisch und verantwortungsvoll zu gestalten, ist im Zeitalter von Künstlicher Intelligenz, Gentechnologie und Atomwaffentechnik unüberblickbar bis geradezu unmöglich geworden», hielt sie fest.

Im Stück von Friedrich Dürrenmatt ist in allen Entwicklungsstufen der drei Wissenschaftlern Newton, Einstein und Möbius, Bewohner einer psychiatrischen Klinik, gemeinsam, dass Kräfte erforscht werden, die in der Anwendung dem Nutzen der Menschheit dienen oder zu verheerenden Folgen von hoher Sprengkraft führen können, so dass immer grössere Kräfte und Gegenkräfte im Spiel sind – die Physiker erdrosseln Krankenschwestern, die Pfleger verwandeln sich in Gefängniswächter und die Psychiaterin entpuppt sich als machthungrige Intrigantin.

Die Komödie setzt dem schweren Stoff mit Satire, Komik und Groteske einen Gegenpol und mit Humor und bissiger Gesellschaftskritik regt sie an und legt Spuren. Dies alles mit den spielerischen Mitteln des Theaters und vom Theaterensemble hervorragend interpretiert und über den Bühnenrand hinausgetragen. Mit Verlaub sei angefügt - mit spielerischer Kraft wird vorgeführt, wie die Welt und ihre Ordnung aus den Fugen geraten.

Richard Wurz
16. Februar 2026
Bilder: zVg

«Die Physiker» wird bis 28. März jeweils Freitag/Samstag um 20.15 Uhr und am Sonntag, 15. März um 17 Uhr im Kellertheater Bremgarten aufgeführt. Vorverkauf: Fairdinand, Marktgasse 18, Bremgarten, Telefon 056 633 44 22; Online-Reservation und weitere Informationen unter www.kellertheater-bremgarten.ch

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