Das erste Konzert des Trauer-Abschnitts im Zyklus Puls von Muri verbunden mit dem Impulsgespräch macht den Moment des Verlustes, in dem etwas unwiderruflich zu Ende geht, sicht- und hörbar. Im Kammerkonzert werden Werke von Gustav Mahler (1860 bis 1911), Erich WolfgangKorngold (1897 bis 1957) und Alban Berg (1885 bis 1935) aufgeführt und so orientiert sich auch das Gespräch mit dem Kulturwissenschaftler und Philosoph Thomas Macho. Es sei das Phänomen der Trauer um 1900 in Wien in den Künsten und den Geistes- und Naturwissenschaften als Ausdruck einer Zeit des Umbruchs, in der alte Gewissheiten zerfielen und neue Weltbilder gesucht wurden, so Pascal Hüppi, Ressortleiter Murikultur. So gehe man im Gespräch mit Thomas Maco unter anderem der Frage «Stehen wir an der Schwelle, an der Vertrautes endet und Neues beginnt?» nach.
Im Kammerkonzert interpretieren unter der Leitung von Gevorg Gharabekyan Annabel Kennedy (Mezzosopran), Felix Gygli (Bariton), Klaus Simon (Klavier) und dem Kammerensemble Ad Hoc Muri Werke der drei bedeutenden Wiener Komponisten, die sich um das Thema Verlust kreisen. Es entsteht ein Spannungsfeld zwischen Durchleben, Verklärung und Fragmentierung und bildet die Vielfalt von musikalischen Verlusterfahrungen um 1900 in vielfältiger Weise ab. So entrückt unter anderem Mahlers Rückert-Vertonung «Ich bin der Welt abhandengekommen» weg vom Irdischen. Diese Bearbeitung wurde eigens für dieses Konzert neu arrangiert und erlebt ihre Uraufführung.
Richard Wurz
5. Januar 2026
Bilder: zVg
Das Impulsgespräch Verlust findet am Samstag, 10. Januar um 16.30 Uhr im Singisen Saal und das Kammerkonzert Verlust am Samstag, 10. Januar um 19.30 Uhr im Festsaal Kloster Muri statt. Weitere Informationen unter www.murikultur.ch