Der Schuh ist eines der ältesten und vielseitigsten Dinge der Menschheit. Vom einfachen Schutz vor Kälte, Hitze und schwierigem Untergrund entwickelte er sich im Laufe der Zeit zu einem anspruchsvollen Gebrauchsgegenstand und wurden zum Ausdruck von Mode und persönlichem Stil.
Bei einem Rundgang durch die Ausstellung ArtWalk erbringt der Schuh eine grosse Leistung und erduldet alles schön brav angepasst, kaum beachtet und in Stille. Er ist sich das gewohnt, denn die Füsse wollen geschützt sein und brauchen einen sicheren Halt auf dem Boden, damit mindestens von dieser Seite her ein sicheres Fortbewegen möglich ist. Den grössten Teil seiner Zeit aber steht der Schuh auf irgendeinem Gestell zu Hause oder im Laden und harrt der Dinge, die da kommen und die sind eigentlich gegeben – er gefällt, passt an den Fuss, wird getragen, genutzt und dann weg in den Müll.
Diesem Verlauf haben nun dreizehn Kunstschaffende der Künstlervereinigung Bremgarten Einhalt geboten und in einem intensiven Arbeitsprozess aus den ausgedienten Schuhen diesen wieder neues Leben eingehaucht. Es sind herrliche Schuhobjekte entstanden, die Geschichten erzählen und Erinnerungen wachrufen. So unter anderem an Dosenbach, 1865 in der Marktgasse gegründet, und es noch Zeiten gab, als man sich beim Schuhhaus Borner schuhmässig informieren konnte. Claudia Bamert, Kulturverantwortliche, bringt es so auf den Punkt: «Das Wort ‹bruche› ist beim Schuh ein sehr dehnbarer Begriff.» Mit Verlaub sei noch angefügt, jetzt noch den passenden Hut zu diesen wunderschönen Schuhen - und Frau und Mann wären gewandet.
Richard Wurz
10. September 2026
Bilder: zVg
«Es läuft…» - Die Künstlerinnen der unterschiedlich gestalteten Schuhe laden am Sonntag, 13. September von 14 bis 16 Uhr zum Gespräch im Innenhof Klösterli Bremgarten ein. Weitere Informationen unter www.bremg-art.com/
Impressionen