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Die Regisseurin Käthi Vögeli führt die Einzelsequenzen zu einem Ganzen.
Kultur
Das Theaterensemble des Kellertheaters Bremgarten bringt unter der Leitung von Regisseurin Käthi Vögeli in einer Eigeninszenierung «Die Physiker» von Friedrich Dürrenmatt in einer Mundartübersetzung auf die Bühne.
Datum: 21. Januar 2026

In diesen Wochen befindet sich das Theaterensemble in einem intensiven Arbeitsprozess, damit Wort und Spiel sich finden und zu einem Ganzen werden. Es sei ein sehr anspruchsvolles Stück für Schauspiel-Amateur:innen, hielt Käthi Vögeli im Gespräch fest. Daher schätze sie es sehr, dass sie in Bremgarten das Stück mit einem erfahrenen Ensemble erarbeiten und inszenieren könne. Die Leute seien sehr engagiert und können den Text und das Spiel differenziert umsetzen. Es sei wichtig, was ein Satz aussagt und wie er das Publikum erreichen kann. «Der Text muss gelebt werden, also gefüllt und nicht einfach erzählt.» Sie halte auch nicht zuhause fest, was die Leute zu spielen haben, sondern steige mit ihren Ideen und Vorstellungen mit den Spielleuten in einen Prozess ein, damit etwas Ganzes entstehen kann. Dabei wolle sie nicht einfach etwas vorschreiben, sondern beachte die Persönlichkeit jedes Einzelnen und ziehe sie mit in die Arbeit hinein. Die Spielleute müssen aber lernen die Grenzen zu sprengen und neue Aspekte zuzulassen. «Meine Vorstellungen was ich erreichen will, sind klar. Aber am Schluss muss jeder Einzelne sich in seiner Rolle wohlfühlen», betonte Käthi Vögeli.

Es ist aktuell geblieben
Mit seiner Komödie «Die Physiker» warf der Schriftsteller Friederich Dürrenmatt vor mehr als sechs Jahrzehnten einen kritischen Blick auf das damalige Geschehen im Jahr 1961 und eigentlich ist es heute aktueller wie nie zuvor. Es sei im dramaturgischen Aufbau spannend geschrieben und beinhalte eine Tragikomödie, welche die Themen mit Humor und grotesken Situationen angehe, erklärte Käthi Vögeli. Friederich Dürrenmatt habe damals Themen aufgegriffen, die immer noch aktuell sind. Einfach aufgrund der Entwicklung in allen Bereichen ein bisschen anders gelagert, aber inhaltlich immer noch der Alltag. Themen wie die Luft habe man in den Text einfliessen lassen, aber diesen weder modernisiert, noch angepasst oder irgendetwas eingebaut, betonte sie. Das sei auch nicht nötig, da sie überzeugt sei, dass sich das Publikum die Querassoziationen zwischen Stück und aktueller Lage selber machen könne – aber «es ist eigentlich alles klar».

Für sie selber sei im Schaffen die Themen immer aktueller geworden – das Stück ist unheimlich aktuell. Natürlich wolle sie mit dem Team dem Publikum etwas weitergeben, nachdenklich machen, in das Geschehen des Stücks miteinbeziehen, aber nicht schulmeisterlich belehrend, sondern die Gedanken anregen und berühren – dem Publikum die Verantwortung übergeben selber zu denken und zu reflektieren. Käthi Vögeli bringt es so auf den Punkt: «Das Stück soll die Interpretation, die jeder Einzelne macht, offenlassen, aber als Gesamtbild glaubwürdig sein.»

Richard Wurz
21. Januar 2026
Bilder: Bruno Rotach

Die Eigeninszenierung «Die Physiker» wird vom 14. Februar bis 15. März im Kellertheater aufgeführt. Vorverkauf bei Fairdinand, Marktgasse 18, Bremgarten, 056 633 44 22 oder www.kellertheater-bremgarten.ch