Es dauert nur noch wenige Tage und es ist Weihnachtsfest – Tag des Friedens. Die Geschenke sind eingekauft, der kulinarische Teil organisiert und der Tannenbaum steht bereit zum Schmücken. Man trifft sich in kleinen und grösseren Runden von Menschen, die sich auf dieses gemeinsame Feiern des Weihnachtsfestes freuen. Die im zu Ende gehenden Jahr aufgekommenen «Kleinkriege» sind bereinigt und sorgfältig unter den Weihnachtsteppich gekehrt. Eine wohltuende Begegnung bei kulinarischen Genüssen in der warmen Stube im geschützten Haus – ein Abend des Friedens.
Es dauert nur noch wenige Tage und vielerorts auf dieser Welt ist Weihnachten – der Frieden nur ein Traum. Die kleinen und grösseren Runden von Menschen, die in Armut, Obdachlosigkeit, Hunger, auf der Flucht und Gewalt lebend suchen vergebens nach dem geschützten Haus – nach einem Abend des Friedens. Sie leben in einem Land oder Zone dieser Welt, wo die Wortführer mit der linken Hand von Frieden reden und mit der rechten Hand von Macht, die sie vollumfänglich für sich beanspruchen. Selbst Beendigung eines Krieges schliesst Gewalt und Diskriminierung gegenüber dem einzelnen Menschen nicht aus.
Es dauert nur noch wenige Tage und die diesjährigen Weihnachten sind nur noch Geschichte, doch die Friedensbemühungen bleiben – nicht nur in fernen Landen auch hier. Der Frieden ist keine selbstverständliche Gegebenheit, er muss erarbeitet und gepflegt werden. Es ist eine anspruchsvolle Aufgabe, denn die Ansprüche gegenüber einem selbst und den anderen Menschen gegenüber müssen erfüllt werden – ein zuhören, nachdenken und Kompromiss umsetzen. Frieden sollte mehr als Machtgewinn sein, denn getragen muss er von Menschen.
Richard Wurz 14. Dezember 2025 Bilder: Bruno Rotach