Es war der erste Advent und im kleinen Städtchen Lindenau duftete es schon überall nach frisch gebackenen Plätzchen und Tannennadeln. Die Lichterketten glitzerten in den Fenstern und auf dem Marktplatz hatte der große Weihnachtsbaum seine goldenen Sterne bekommen. In der Familie Winter herrschte fröhliche Aufregung: Mama stellte die Adventskerzen auf, Papa brachte Holz für den Kamin, und die Kinder Leon und Emma bastelten an ihren Wunschzetteln für den Nikolaus. «Ich wünsche mir ein ferngesteuertes Auto!», rief Leon begeistert und klebte ein kleines Bild darauf. «Und ich eine Puppe mit goldenen Haaren», sagte Emma und schrieb ihren Namen ganz ordentlich darunter. Als sie fertig waren, legten sie die Zettel auf das Fensterbrett, damit der Nikolaus sie abholen kann, wenn er vorbeikommt, wie Mama sagte.
Doch in der Nacht kam ein starker Wind auf. Er fegte über die Dächer, wirbelte Schnee durch die Straßen und pustete Emmas Wunschzettel davon. Am nächsten Morgen war er verschwunden. «Öh nein!», rief Emma verzweifelt. «Jetzt weiß der Nikolaus gar nicht, was wir uns wünschen!» Papa suchte draußen im Garten, Leon half mit seiner Taschenlampe, aber der Zettel blieb verschwunden. Während Emma traurig am Fenster saß, klopfte es plötzlich an der Tür. Draußen stand ein alter Mann mit einem langen grauen Mantel, einem roten Schal und einem Sack voller Äpfel und Nüssen. «Guten Tag, kleine Dame», sagte er freundlich. «Ich habe beim Weg zur Kirche etwas gefunden.» Er reichte ihr ein zerknittertes, leicht verschneites Blatt Papier - ihren Wunschzettel! «Öh danke!», rief Emma. «Aber woher wussten Sie, dass er mir gehört?» Der Mann lächelte geheimnisvoll. «Nun ja, ich kenne mich mit Wünschen aus», sagte er zwinkernd. «Manchmal braucht ein Wunsch nur ein bisschen Hilfe, um den richtigen Weg zu finden.» Emma lief hinein und erzählte es ihrer Familie. Doch als Papa und Leon an die Tür kamen, war der Mann verschwunden – nur ein paar goldene Sternchen im Schnee blieben zurück.
Am Nikolausmorgen fand Emma in ihrem Stiefel nicht nur ihre Puppe, sondern auch einen kleinen Brief: «Liebe Emma, danke, dass du immer an andere denkst. Wünsche, die aus dem Herzen kommen, finden immer ihren Weg. Dein Nikolaus.»
Nuri P3c, Edion S2b
12. Dezember 2025
Bild: Nuri/Edion
Die Bremgarter Schüler:innen der Sek 2b und Primar P3 haben ein Unikat geschaffen – diesen digitalen Adventskalender mit eigenen Geschichten und Zeichnungen..
Adventskalender unter www.freiamtplus.ch

