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Hackbrettspieler Christoph Pfändler.
Kultur
Ein musikalischer Aufbruch mit «Mut» und dem Jugend-Sinfonieorchester Aargau (JSAG) und dem Musiker Christoph Pfändler (Hackbrett) unter der Leitung von Hugo Bollschweiler erklingt am Künstlerhaus Boswil.
Datum: 28. Dezember 2025

In diesen Tagen bereiten sich unter der Leitung von Hugo Bollschweiler rund sechzig junge Musiker:innen am Künstlerhaus Boswil in einer herausfordernden Vorbereitungsphase auf ihre Januar-Tournee 2026 mit dem Programm «Mut» vor. Das JSAG widmet sich in ihrem Programm drei ausdrucksstarken Werken getragen von einer Kompromissosigkeit und Aufruf zum Aufbruch – Neues und Anderes wird hör- und spürbar sein und schlägt den Bogen zwischen Selbstbehauptung, Experimentierfreude und Andersartigkeit.

Drei andere Klangwelten
In den JSAG-Konzertprogrammen hat immer eine Komponistin ihren festen Platz. Man will vergessene Stimmen hörbar machen. Auf der Tournee «Mut» kommt die «Konzert-Ouvertüre op. 23» zur Aufführung. Die Komponistin Luise Adolpha Le Beau (1850 bis 1927) hat im damals männlich dominierten Musikbetrieb Zeichen gesetzt und Spuren hinterlassen. So auch mit der Konzert-Sinfonie, die getragen ist von Kraft, Energie, Raffinesse und Dramatik. Die Aufführung in der Alten Kirche ist eine Schweizer Erstaufführung und eine Hommage an eine Komponistin, die sich nie anpassen wollte und ihren eigenen künstlerischen Weg ging.

Das Hackbrett ist ein im sinfonischen Kontext selten zu hörendes Instrument. Der Schweizer Komponist Paul Huber (1918 bis 2001) verbindet in seinem Werk «Konzert für Hackbrett und Streichorchester» folkloristische Anklänge und Moderne und schafft einen Einklang zwischen Tradition und Gegenwart. Mit seinem Hackbrettspiel bringt Christoph Pfändler gemeinsam mit den Musiker:innen kompromisslos und radikal eigen das Werk in der Alten Kirche Boswil auf die Bühne und macht neugierig.

Ein Werk voller Sehnsucht und Aufbruchstimmung ist die «Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 43) von Jean Sibelius (1865 bis 1957). Sie ist in einer Zeit der Unterdrückung durch das Russische Reich entstanden und wurde zu einem Symbol finnischem Selbstbewusstsein und bekam den Beinamen «Sinfonie der Unabhängigkeit». Das Werk schafft einen Klangraum der Entschlossenheit und des Mutes.

Richard Wurz
28. Dezember 2025
Bilder: Redaktion

Das Konzert «Mut» findet am Freitag, 4. Januar um 11 Uhr in der Alten Kirche Boswil statt. Weitere Aufführungen: Freitag, 9. Januar, 20 Uhr, Kirche St. Jakob Zürich; Samstag, 10. Januar, 19.30 Uhr, Aula Berufsschule Baden; Sonntag,11. Januar, 17 Uhr, KuK Aarau. Weitere Informationen unter www.kuenstlerhausboswil.ch