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Die Ruhe gewinnen.
Gesellschaft
Die Ostertage bewegen sich zwischen Karfreitag-der Tod und Ostersonntag-die Auferstehung in einer Welt der Kriege, Ängsten und Krisen – ist das Osterfest ein Anker?
Datum: 04. April 2026

In Gedanken versunken, so still in sich hörend, steht so unmittelbar die Frage im Raum, was bedeuten die Ostertage. Man kann sie aus kirchlicher Sicht betrachten, aus christlicher Sicht oder einfach als Mensch. Das Letztere wird zu einem grossen Bogen zwischen dem gestern und heute, zwischen der Kindheit und des Erwachsenensein. Viele Begebenheiten wie das Eierfärben, der Kirchgang und das festliche Osteressen im Familienkreis sind in Erinnerung geblieben. Auch das Schlagen der Hölzer anstelle der Glocken am Karfreitag und das Treffen am Ostersonntag um vier Uhr in der Kirche, um gemeinsam zu singen und erleben wie der Tag erwacht – ein Gefühl des Aufstehens, des Neuerwachen, langsam erwachsen werden. Die Möglichkeit als junger Mensch offen zu sein, den Versuch zu wagen als christlicher Mensch das Leben in Angriff zu nehmen und nicht als von kirchlichen Regeln geprägter Mensch.

Das Osterfest mit dem vorangehenden Karfreitag ist ein wunderbarer und gleichzeitig nachdenklich stimmender Moment, denn diese beiden Tage verbindet den Tod und das Leben in einem kurzen Zeitraffer. Der Karfreitag ist ein Tag der Trauer, des Kummers und der Klage und die Christen gedenken des Kreuztodes Jesu Christi. Es ist aber auch ein Tag des Abschiedsnehmen- losgelöst vom christlichen Gedankengut ein alltäglicher Tag, denn im Laufe des Jahres nehmen wir immer wieder Abschied und stellen fest, dass der Tod uns nähersteht, als wir es wahrnehmen wollen. Und da sind wir manchmal wütend einfach allein gelassen zu werden, wissen nicht die entstandene Lücke zu füllen.
Der Ostersonntag ist ein Tag der Freude, denn da wird die Auferstehung Christi gefeiert. Vom christlichen Gedankengut losgelöst kein sich vom Alltag abhebender Tag, denn es sollte doch jeden Morgen eine Freude sein wieder einen Tag Leben mehr haben zu dürfen.

Die derzeitige weltpolitische Lage lässt keine grosse Hoffnung aufkommen, dass die Freude am Morgen zum Alltag gehören darf. Die machthungrigen Staatspolitiker:innen und ihre Parteien verhindern dies aber mit allen Mitteln und der Mensch ist für sie nur ein Mittel zum Zweck, die eigenen Ziele zu erreichen. Die Ostertage umfassen die Zeitspanne zwischen Tod und Leben, also würdigen wir der Vergänglichkeit unseres Lebens mit Respekt einen würdigen Platz in unserem Leben.

Richard Wurz
4. April 2026
Bilder: Diane Rotach